Hochzeit im Wald

Heiraten zwischen Bäumen.

Kein Kirchendach, sondern Blätterdach. Kein Kerzenlicht, sondern Sonne durch Zweige. Eine Hochzeit im Wald ist eines der schönsten Geschenke, das ihr euch und euren Gästen machen könnt - wenn man vorher ein paar Dinge klärt.

Warum im Wald heiraten?

Weil der Ort die halbe Arbeit macht. Ein Waldstück braucht keine Deko, keinen Blumenbogen und keine Lichterkette, um Stimmung zu haben. Es ist still, es riecht gut, und das Licht macht Dinge, die kein Fotostudio hinbekommt.

Und weil im Wald niemand steif wird. Wer auf Waldboden steht, sitzt nicht kerzengerade und wartet, dass es vorbeigeht. Das merkt man an den Gästen nach zwei Minuten.

Freie Trauung draußen: was ihr vorher klären solltet

Das Romantische am Wald ist auch das Unpraktische. Sechs Fragen, die ihr besser vorher stellt als am Morgen der Hochzeit:

  • Darf man da überhaupt? Waldflächen haben Eigentümer - Gemeinde, Forstverwaltung oder privat. Eine Trauung mit fünfzig Stühlen im Staatswald braucht eine Genehmigung. Das ist meist unkompliziert, aber es dauert.
  • Wie kommen alle hin? Waldwege sind für Stöckelschuhe, Rollatoren und Kinderwagen keine Selbstverständlichkeit. Fragt lieber vorher, wer schlecht zu Fuß ist, als es hinterher zu merken.
  • Hört man mich? Im Wald gibt es selten Strom. Ohne Technik traue ich bis etwa dreißig Leute. Für alles darüber habe ich eine mobile Akku-Anlage mit Mikrofon dabei, die sich auch über einen Waldweg tragen lässt. Bäume schlucken Stimme mehr, als man denkt.
  • Wo ist der Schatten? Sommer, mittags, freie Lichtung: Da sitzen eure Gäste in der prallen Sonne. Ein Blick auf den Sonnenstand zur Trauzeit erspart euch fünfzig rote Nasen.
  • Und die Mücken? Am Wasser und in der Dämmerung sind sie da. Ein Körbchen mit Mückenspray am Eingang ist unglamourös und wird jedes Mal leer.
  • Was ist der Untergrund? Waldboden ist weich, Wurzeln sind hart. Stühle wackeln, Absätze sinken ein. Ein paar Bretter oder ein Teppichläufer lösen das.

Was, wenn das Wetter nicht mitspielt?

Dann wird genau das die Geschichte. Ich hatte eine Trauung, bei der mitten in der Zeremonie das Zelt weggeflogen ist - und heute ist das der Moment, über den alle noch reden. Die ganze Geschichte gibt es bei Tanja & Julius.

Was zählt, ist nicht das perfekte Wetter, sondern ein Plan B, den ihr vorher einmal durchgesprochen habt: Wohin geht ihr, wer trägt was, und ab wann entscheidet ihr. Wenn diese drei Dinge geklärt sind, macht ein bisschen Wind keine Trauung kaputt.

Am Tag selbst nehme ich euch das ab. Sieht der Himmel unsicher aus, gehe ich kurz vorher mit euch durch, ab wann wir reingehen und ab wann wir es einfach durchziehen. Und den Gästen sage ich es dann auch: Wir sind alle nicht aus Zucker. Drei Tropfen kurz vor dem Ja-Wort halten wir aus. Bei Wolkenbruch gehen wir rein, und zwar geordnet, weil wir es vorher besprochen haben.

Wie das im echten Wald aussieht

Kathi und Jan haben mitten im Pfälzerwald geheiratet, auf einer Wiese am Forsthaus, unter einem sehr alten Baum. Es gab eine Punkrockband, verloste Aufgaben und Bier aus der Dose - und trotzdem war es der ruhigste Trauort, an dem ich bisher stand.

Die ganze Geschichte lesen

Und wo genau?

Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, und mitten darin gibt es Häuser, die man ganztägig buchen kann. Welches zu euch passt, hängt an der Gästezahl und daran, was passiert, wenn es regnet.

Acht Hochzeitslocations in der Pfalz, sortiert nach Paar

Ihr brennt für was?

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