Trauerrede: persönlich statt vom Blatt

Diese Frage bekomme ich regelmäßig. Meistens von Menschen, die bei einer Trauung von mir waren, und ein paar Monate später schreiben: Machst du das eigentlich auch?

Ja, mache ich.

Warum überhaupt gefragt wird

Wer eine freie Trauung erlebt hat, in der eine Person vorne stand und über zwei Menschen so geredet hat, dass alle im Raum sie erkannt haben - der merkt bei der nächsten Beerdigung sofort, wenn das nicht passiert.

Wenn statt eines Menschen ein Lebenslauf vorgelesen wird. Wenn Sätze fallen, die auf jeden passen würden. Wenn niemand lacht, obwohl der Verstorbene lustig war.

Das ist der Moment, in dem Leute anfangen zu suchen.

Was gleich ist

Die Arbeit ist im Kern dieselbe. Ich frage nach Details, nach Macken, nach Geschichten, die sonst niemand erzählt. Ich schreibe neu, nicht aus Bausteinen. Und ich lese vorher nicht nach, was man bei so einem Anlass sagt.

Was ich bei einer Trauung mache - einen Menschen so beschreiben, dass die eigenen Leute nicken - ist bei einer Trauerrede genau die gleiche Aufgabe.

Was anders ist

Es ist schneller. Zwischen dem ersten Anruf und der Rede liegen meistens drei bis fünf Tage, nicht elf Monate. Es gibt ein Gespräch, nicht drei.

Und es ist ein Gespräch mit Menschen, die gerade nicht so richtig klar denken können. Das heißt: Ich frage anders, ich frage weniger, und ich frage mehrere Personen, wenn die Familie das möchte. Manchmal kommt das Beste von einem Enkel, der beim ersten Termin nur daneben gesessen hat.

Darf eine Trauerrede lustig sein?

Das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird, und meistens sehr vorsichtig.

Sie darf. Wenn der Mensch lustig war, wäre eine Rede ohne ein einziges Lachen eine Verfälschung. Ich habe erlebt, wie in einer Trauerhalle gelacht wurde, und danach waren alle immer noch traurig, aber es hat sich anders angefühlt.

Aber sie muss nicht. Es gibt Menschen, bei denen es nichts zu lachen gibt, und es gibt Familien, für die das nicht der richtige Weg ist. Das sagt ihr mir, und dann ist es so.

Was nicht passiert: Ich mache keine Witze über den Verstorbenen. Ich erzähle, was er gemacht hat, und wenn das komisch war, hört man es.

Was ich nicht mache

Kein Gebet, kein Segen, keine Bibelstelle - es sei denn, ihr wollt das ausdrücklich, dann suchen wir gemeinsam etwas Passendes.

Und keine Rede über einen Menschen, den ich nur aus einem formellen Lebenslauf kenne. Schickt mir gern alles, was ihr habt. Aber ich will vorher mit jemandem gesprochen haben, der ihn kannte. Wenn das nicht geht, bin ich die falsche.

Wie das praktisch läuft

Ihr ruft an oder schreibt. Wir telefonieren noch am selben oder am nächsten Tag.

Dann ein Gespräch, meistens bei euch, ein bis zwei Stunden. Ich frage viel und schreibe mit. Danach schreibe ich die Rede und schicke sie euch, damit ihr sie lesen könnt, bevor sie gehalten wird - falls ihr das wollt. Manche wollen es nicht, das ist auch in Ordnung.

Am Tag selbst bin ich früh da und rede, wenn es Zeit ist.

Was das kostet

750 € plus Anfahrt. Gestaffelt ab Landau, bis 50 Kilometer ist sie inklusive.

Zwischen eurem Anruf und der Trauerfeier liegen meist drei bis fünf Tage. Gespräch, schreiben, überarbeiten - und das oft nachts, weil dazwischen keine Zeit ist. Der Preis steht hier offen, wie alles andere bei mir auch.

Wenn ihr überlegt

Ruft an. Auch abends, auch am Wochenende - bei einem Todesfall gelten keine Bürozeiten.

Mobil: 0170 2123904
hallo@anna-redet.de