Freie Trauungen

Ich bin neurodivergent. Vermutlich seid ihr das auch.

Sonst hättet ihr das hier wahrscheinlich nicht gesucht.

Ich brauche immer was zum Spielen. Ich bin entweder pünktlich oder eine Stunde zu früh. Ich habe alles im Blick, im Griff und im Kopf - fragt mich nicht, wie. Ich kenne endlose Songtexte aus siebzig Jahren Musik, treffe aber keinen Ton. Und Snacks sind ein essentieller Bestandteil meines Lebens. Das ist keine Anekdote - das ist der Grund, warum diese Seite existiert.

Warum Hochzeitsplanung besonders anstrengend ist

Eine Hochzeit ist elf Monate mit vielen kleinen Aufgaben, verteilt über eine lange Zeit, mit Fristen, die niemand laut ausspricht. Dazu Dienstleisterinnen, die freundlich nachfassen und irgendwann anfangen zu seufzen.

Und am Ende ein Tag, der um sieben Uhr morgens beginnt, an dem zwölf soziale Situationen hintereinander stattfinden - und in dessen Mitte ihr vorne steht und spontan etwas Emotionales sagen sollt.

Das ist nicht „ein bisschen viel". Das ist ein anderes Spiel.

Was bei mir anders läuft

Alles Wichtige ist schriftlich. Die Fragen beantwortet ihr, wann ihr wollt. Nachts um zwei ist völlig in Ordnung. Das Traugespräch führen wir trotzdem, aber ihr müsst darin nichts aus dem Stand liefern: Was ihr lieber vorher aufschreibt, schreibt ihr vorher auf.

Es gibt sechs Schritte und feste Zeitpunkte. Kennenlernen, Buchung, Traugespräch etwa zwei Monate vorher, Fragen, letzte Details ein bis zwei Wochen vorher, Hochzeitstag. Ihr könnt jederzeit nachlesen, was als Nächstes kommt.

Wie lange die Zeremonie dauert, besprechen wir vorher. Keine offene Dauer. Ihr wisst, wie lange ihr da vorne steht.

Ihr müsst nichts spontan sagen. Das Eheversprechen schreibe ich mit euch zusammen, wenn ihr wollt. Niemand wird überraschend angesprochen, alles was passiert haben wir vorher besprochen. Und niemand muss etwas ins Mikrofon sagen, der das nicht will. Auch nicht die Trauzeugen, auch nicht die Gäste.

Wenn ihr drei Wochen nicht antwortet, hake ich nach, ohne genervt zu sein. Ich plane genug Puffer ein, damit keiner von uns in Stress kommt.

Und wir besprechen vorher, was passiert, wenn jemand Luft braucht. Nicht als Notfallplan. Als normaler Teil der Absprache.

„Als du kurz vor der Trauung nochmal mit mir geredet hast, ist ganz viel Anspannung von mir abgefallen - ich wusste: Anna ist da."

Josy & David

Sagt einfach, was ihr braucht

Ich weiß nicht im Voraus, was für euch funktioniert. Das weiß niemand außer euch. Deshalb frage ich danach - und dann schauen wir gemeinsam, was möglich ist.

Ich verspreche euch nicht, dass ich jedes Problem löse. Ich verspreche, dass ich es versuche, dass ich mitdenke und dass ich es euch ehrlich sage, wenn etwas nicht geht.

Ihr müsst mir dabei nichts erklären. Nichts rechtfertigen, nichts diagnostizieren, nichts beweisen. Sagt einfach, was ihr braucht.

Lass uns reden.

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Zuletzt aktualisiert: 13. September 2026