Elopement: Hochzeit zu zweit, ohne Gäste

Nicht jede Liebe braucht 120 Gäste, um gefeiert zu werden. Manche Paare wollen nur eins: sich, einen schönen Ort und ehrliche Worte. Dafür gibt es ein Wort, das die meisten erst googeln, wenn sie schon darüber nachdenken: Elopement.

Was ist ein Elopement?

Ein Elopement ist eine Hochzeit zu zweit. Keine Gästeliste, kein Sitzplan, kein Buffet. Nur ihr beide, ein Ort, der euch etwas bedeutet, und jemand, der die Worte sagt. Manchmal kommen zwei Trauzeugen mit, manchmal ein Fotograf, oft niemand.

Klein im Rahmen, groß im Gefühl. Das ist keine Floskel, das ist der ganze Punkt: Wenn niemand zuschaut, gibt es auch nichts vorzuführen.

Was das Wort auf Deutsch bedeutet

„To elope" heißt durchbrennen. Ursprünglich war ein Elopement genau das: heimlich heiraten, ohne die Familie zu fragen, weil sie nicht einverstanden war.

Heute steckt darin selten Trotz. Heute heißt es meistens: Wir haben keine Lust auf eine Veranstaltung. Ein deutsches Wort dafür gibt es nicht, deshalb hat sich das englische durchgesetzt. „Hochzeit zu zweit" trifft es am nächsten.

Für wen das passt

Für Paare, die schon zusammen wohnen, schon lange zusammen sind und einfach heiraten wollen, ohne ein Projekt daraus zu machen. Für alle, denen bei dem Wort „Hochzeitsplanung" die Luft wegbleibt. Und für die, bei denen die Familienlage kompliziert ist und jede Einladung eine Entscheidung wäre.

Und für wen nicht

Wenn ihr euren Menschen gern etwas zeigt, wenn ihr Leute zusammenbringen wollt, die sich sonst nie treffen, wenn eure Großmutter seit Jahren darauf wartet: Dann fehlt euch bei einem Elopement etwas, das sich nachträglich schwer herstellen lässt.

Ich sage das offen, weil es der häufigste Satz ist, den ich hinterher höre: „Wir hätten sie gern dabeigehabt." Das lässt sich lösen, aber besser vorher als hinterher.

Elopement und Standesamt: die Rechtslage in Deutschland

Wichtig zu wissen: Eine freie Zeremonie ist in Deutschland nie rechtsgültig, egal ob mit zwei oder zweihundert Gästen. Rechtlich verheiratet seid ihr erst durch das Standesamt. Das gilt für ein Elopement genauso.

In der Praxis machen es viele Paare so: erst der kurze Termin beim Standesamt, oft nur mit zwei Trauzeugen, und danach die freie Zeremonie an dem Ort, den sie sich ausgesucht haben. Beides am selben Tag geht auch, wenn das Standesamt mitspielt.

Wer im Ausland heiratet - Dänemark ist beliebt, weil es dort schnell geht und weniger Papier braucht - sollte vorher beim deutschen Standesamt klären, welche Unterlagen für die Anerkennung nötig sind. Das ist keine große Sache, aber es dauert, und es ist unschön, das erst hinterher zu erfahren.

Standesamt und freie Trauung: wie beides zusammenpasst

Was ein Elopement kostet

Das hängt fast nur an einer Frage: Wie weit fahrt ihr, und wer kommt mit?

Die Posten sind überschaubar. Der Termin beim Standesamt kostet eine Verwaltungsgebühr. Dazu kommt, was ihr euch wünscht: eine freie Zeremonie, Fotos, die Anreise, vielleicht zwei Nächte an dem Ort. Nach oben ist es offen, nach unten reicht ein Standesamt und ein gutes Essen danach.

Was ihr nicht bezahlt: Menü für sechzig Leute, Getränkepauschale, Location für einen ganzen Tag, Deko für Tische, an denen niemand sitzt.

Und wenn wir später doch feiern wollen?

Das ist der häufigste Weg von allen, und er ist ein guter. Erst zu zweit heiraten, weil ihr das so wollt. Und irgendwann später das Fest mit allen, die dabei sein sollten.

Dafür gibt es eine eigene Form: die Erneuerung des Eheversprechens. Rechtlich passiert dabei nichts, ihr seid ja längst verheiratet. Es geht nur um den Moment - diesmal mit den Menschen, die beim ersten Mal nicht dabei waren. Nach fünf Jahren, nach zehn, nach dreißig.

Eheversprechen erneuern: einmal war nicht genug

Und wenn ihr merkt, dass es doch eine Feier mit Gästen sein soll: so läuft eine freie Trauung bei mir ab. Echte Beispiele stehen unter Echte Trauungen.

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